Lyrek
4. Oktober
Wo des Sommers bunte Blumen welken,
kriecht Nebel über Wald und Feld.
Auch die Sonne bricht schon viel zu selten,
in des Herbstes kühle Welt.
Einsam steht die alte Eiche,
vor einem Turm, am Waldesrand.
Vom ersten Sturm gezerrt die Zweige,
des Nachts verschleiert vom Nebelgewand.
8. November
Tanzend fallen herab die Blätter,
abgeschüttelt hat’s der kalte Wind.
Des Baumes Kleid wird täglich lichter,
behutsam scheint’s, doch es geht geschwind.
Und wenn nach dieser frostig kalten Nacht,
im seidenen Glanz die Eiche darf sich zeigen,
erfreut ein jeder sich dieser Pracht.
die nur der Herbst kann zeichnen.
12. Dezember
Der erste Schnee fiel in der Nacht.
Der Baum im weißen Kleid sich zeigt.
Er funkelt und glitzert, oh welche Pracht,
doch leider nur für kurze Zeit.
Sein Glanz, schon bald war er entschwunden,
ein letztes Blatt, verblieb am dünnen Stiel.
Man glaubt, es wäre fest gebunden,
so mutig flattert es im Windes Spiel.
21. Dezember
Stürme brausen über Berg und Tal,
so zieht der Herbst von dannen.
Kein Blatt mehr hängt mit einem Mal,
am Baum, dem gänzlich kahlen.